SGV Hirschberg
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Die Vorbereitungen

Im Winter schlug der Köhler das für die Holzverkohlung benötigte Holz. Verkohlbar waren alle Arten von Holz, das Buchenholz warf aber den größten Ertrag ab, was dem Köhler, der nach Menge bezahlt wurde, sehr gelegen kam. Aus diesem Grunde wurden meist auch mehrere Meiler parallel von einem Köhler oder einer Köhlergruppe betrieben. Das benötigte Holz wurde geschlagen, in 1 m lange Stücke geschnitten, gespalten und am Rand der Meilerplatte aufgestapelt. Diese war stets günstig zu Wind und Wasser gelegen. Der Wind beeinflusste das Abbrennen des Meilers, das Wasser wurde zum Löschen benötigt. Bevorzugt benutzte man alte Meilerplatten, da diese meist trockener und der Boden luftdichter waren, was zu einer besserer Kohlequalität führte.

Das Köhlerleben

Bevor der Köhler im Frühjahr mit der Holzverkohlung begann, baute er sich eine Köhlerhütte mit einem kreisförmigen Grundriss. Das Grundgerüst bildeten drei stabile Buchenstangen, die aneinander gelegt wurden. An diese lehnte man weitere Buchenstangen und deckte die Hütte abschließend mit Grasfrasen (Grasplaggen) ab. Durch eine Öffnung in der Spitze konnte der Rauch des Feuers abziehen. Zum Schutz gegen Regen setzte man als Dach einen Hut bzw. Kuckuck auf. Dies war nun das Zuhause für den Köhler. Auf Grund der vielen, auch nächtlichen Kontrollgänge, schlief der Köhler in seiner Arbeitskleidung, die nur alle ein bis zwei Wochen bei kurzen Besuchen zu Hause gewechselt wurde. Pritschen aus Buchenstangen, mit Waldboden oder Säcken voller Laub gefedert dienten als Schlafplatz. Zum Waschen ging der Köhler zum nahe gelegenen Bach.

Ernährt hat sich der Köhler hauptsächlich von Brot, Suppen aus Hülsenfrüchten und Speck. Natürlich durfte in keiner Hütte eine Flasche Korn oder Wacholder fehlen. Zum Schutz gegen Mäuse wurden die Nahrungsmittel unter die Decke gehängt und die Hosenbeine beim Schlafen zugebunden. Ein anderer häufiger Gast der Köhler war der Förster. Er kontrollierte die Mahlzeiten, da die Wilderei keine Seltenheit unter den Köhlern war.

Der Bau des Meilers



Querschnitt durch einen Holzkohlenmeiler


Zum Bau des Meilers wurde die Stübbe (Asche) von der alten Meilerplatte gekehrt. In der Mitte der Meilerplatte errichtete man nun aus drei Stangen und Eisenringen einen zylinderförmigen Quandelschacht (Luftschacht, Kamin) mit einem Füllloch am oberen Ende. Um dieses Gerüst schichtete der Köhler das Holz (Kohlholz) mit einer leichten Neigung zum Schacht. Die Spitze des entstandenen Kegels wurde mit kurzen Holzstücken abgerundet (Haube). Das Rauhdach bestand aus Grasfrasen, die grünen Seite lag auf dem Holz. Abschließend wurde die vorher entfernte Stübbe auf dem Meiler verteilt (Schwarzmachen des Meilers), um diesen luftdicht abzuschließen.





Das Anzünden und Abbrennen des Meilers

In unmittelbarer Nähe zu dem großen Meiler errichtete der Köhler einen Fuchs (kleiner Meiler) und brannte ihn ab. Diese Kohle vermischt mit Glut wurde durch das Füllloch in den Quandelschacht des großen Meilers geschüttet. Das Füllloch verschloß man anschließend mit einer Eisenplatte. Die Glut zog nun durch den Quandelschacht nach oben und verbreitete sich dann trichterförmig durch das gestapelte Holz nach unten. Reguliert und gesteuert wurden die Hitzeausdehnung und später der Verkohlungsprozess durch Zuglöcher am Fuße des Meilers. Die Kohle im Quandelschacht verlor an Größe und der Köhler musste den Meiler einige Stunden lang immer wieder mit Kohle, Glut und kleinen Holzstücken füttern.

Durch die sich im Meiler entwickelnde Hitze wurde dem Holz die Flüssigkeit entzogen, was durch den dicken weißen Qualm gut zu erkennen war. Mit dem Eintritt in das exotherme (Wärme abgebende) Verkohlungsstadium bei etwa 270 °C konnte der Meiler aus eigener Energie weiterbrennen, der Qualm wurde heller und durchsichtiger. In die Mitte des Meilermantels stieß der Köhler nun Rauchlöcher (Luftlöcher). War der Rauch weiß und dicht, war das Holz noch nicht verkohlt. Sobald der dann fast durchsichtige helle Rauch ins bläuliche umschlug, musste das Rauchloch schnell geschlossen und etwas tiefer ein neues gestochen werden.





Das Volumen des Meilers schrumpfte während des Verkohlungsprozesses auf etwa ein Drittel seiner Ausgangsgröße. Im Innern entstanden Temperaturen bis zu 1000 °C. Fiel der Meiler an einer Stelle besonders stark zusammen, so musste diese Delle sofort aufgefüllt bzw. abgedeckt werden; denn das Holz im Meiler durfte nicht verbrennen sondern nur verkohlen. Auch durch "Schütteln" des Meilers (Explosionen von Gasen, die nicht entweichen konnten) entstanden solche Einbruchstellen.

Nach ca. 8 Tagen war der Meiler "gar". Nun zog der Köhler mit Kratzeisen die Stübbe und verbrannte Abdeckung vom Meiler und warf die Stübbe sofort auf ihn zurück, um ihn wieder luftdicht abzuschließen. Nach ein bis zwei Ruhetagen war die Glut erstickt und der äußere Teil des Meilers abgekühlt. Der Köhler öffnete den Meiler und entfernte die äußere Schicht an verkohltem Holz, die fertige Holzkohle. Der Restmeiler wurde zum weiteren Abkühlen mit der abgenommenen Stübbe wieder bedeckt. Dieser Arbeitsvorgang wiederholte sich an den folgenden Tagen bis der Meiler abgetragen war. Nach dem endgültigen Erkalten der Holzkohle wurde diese nach Wahl in Säcke verpackt oder in Karren abtransportiert.